Kopfkino #4

Apropos Superheld:

Gestern waren wir endlich in „The Dark Knight rises„, dem dritten und letzten Teil der Batman-Trilogie von Christopher Nolan. Auf den Film hatte ich mich ja tierisch gefreut. Nachdem „Batman begins“ schon sehr geil und „The Dark Knight“ ein Meisterwerk war, das mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt war ich der festen Überzeugung, dass der dritte Teil ein grandioser Abschluss der Reihe werden würde.

Wurde er nicht! Während die beiden Vorgänger wirklich so gut wie nix zu meckern ließen hatte „The Dark Knight rises“ leider sehr sehr viele Schwachstellen. Da wäre zunächst die sehr zähe Handlung. Mit fast 3 Stunden ist der Film nicht nur sehr lang, er fühlt sich auch so an. Vor allem in der Mitte des Films fragt man sich gelegentlich, wann’s denn jetzt mal weitergeht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es für einen Batman-Film recht wenig Batman zu sehen gibt. Klar muss sich Bruce Wayne zu Beginn des Films erst wieder aufrappeln bis er das eingemottete Fledermauskostüm wieder aus dem Schrank holt, aber diese Phase dauert mir einfach zu lange. Und kaum ist Batman wieder da wird er auch schon wieder recht bald anderweitig außer Gefecht gesetzt und braucht erneut elend lange um wieder auf den Damm zu kommen. Bei „Batman begins“ ging diese batmanlose Phase voll in Ordnung, denn danach ging es gut zur Sache. Bei „tDKr“ sind sogar die Phasen in denen Batman-Action angesagt ist irgendwie lahm. Ein paar langweilige Faustkämpfe und sonst sehr viel Rumgefahre und -gefliege. Also alles in allem recht wenig Batman für’s Geld. Der Punkt, der mir aber den gesamten Film versaut hat sind die Stimmen. WER um Two-Face‘ zwispältigen Willen hat die deutsche Synchro so durchgewunken??? Da muss doch jemand gemerkt haben, dass das beschissen klingt!? Da hätten wir zunächst den einzigen Kritikpunkt, den die Vorgängerfilme auch hatten – nämlich dass Bruce Wayne, sobald er sein Batman-Kostüm trägt nur noch mit tiefer rauher Stimme spricht. Im Ersten ging das noch, aber in „The Dark Knight“ wurde es dann schon recht albern. Aber anstatt das wieder etwas zurück zu nehmen wurde das in „tDKr“ so krass übertrieben, dass jedes Wort aus Batmans Mund unfreiwillig albern klingt. Man möchte ihm ein Hustenbonbon reichen gegen sein Kratzen im Hals. Und dann wäre da noch der neue Bösewicht Bane, dessen neue Optik mir eigentlich ganz gut gefällt. Auch er spricht durch seine Gasmaske mit akustisch verstärkter Stimme, was eigentlich auch gut passt. Allerdings hat der deutsche Sprecher so dermaßen übertrieben, dass er klingt, als spräche er eine Zeichentrick-Kinderserie. Den Pathos-Regler ständig auf Anschlag wirkt er völlig unglaubwürdig und in 99% der Fälle einfach nur albern und lächerlich. Und das, obwohl er im Film als charismatischer Redner dargestellt wird, dem das Volk wie die Schafe blind hinterherrennt. Auch das eher seltsam.

Das einzige, was mich gefreut hat war Anne Hatheway als Catwoman, von der ich zuvor befürchtet hatte, dass sie nerven würde. Ihre Darstellung war glaubwürdig, nicht gekünstelt und weit weniger plump als in vielen anderen Darstellungen wie zB in „Arkham City“. Die beste Catwoman seit Michelle Pfeiffer. Immerhin! Alles in allem hinterlässt der Film aber einen unschönen Nachgeschmack und lässt einen nach Ende dieser eigentlich geilen Batman-Trilogie eher verstört zurück. Es ist zwar Gemecker auf hohem Niveau, denn es ist immernoch ein guter Action-Film, aber im direkten Vergleich zu den Vorgängern erkennt man doch das viele verschenkte Potential. Sehr sehr schade!

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21 Antworten zu Kopfkino #4

  1. Angelo schreibt:

    Nach der Kritik zu urteilen scheinst wohl zu sehr von Avengers verwöhnt worden zu sein. 🙂

  2. Raphael schreibt:

    Der Bösewicht ist offenbar im Amerikanischen Original ebenfalls kaum verständlich.

    • deMichl schreibt:

      Wie auch, wenn er dauernd diese riesige maske vorm gesicht hat.

      • Leander schreibt:

        Also ich habe den Film in Original gesehen und der Bösewicht ist ausgesprochen gut zu verstehen. Besser als Batman, der auch im Englischen übertrieben tief spricht. Die Stimme ist klar und ausgesprochen Gruselig. Etwas überhöht und genau. Ich war ziemlich überrascht.

        Ich teile übrigens deine Meinung, ich fand den Film an vielen Stellen toll, er passt auch noch zur Reihe, aber ich finde auch das der Film viel zu viele Schwächen hat.

        BTW Dyson sind die besten Staubsauger EVEEEEEEEEEEERRRRRR! 😉

    • Juji schreibt:

      Bane war im englischen original ausgezeichnet zu verstehen und in meinen augen der großartiigste charakter im ganzen film!

  3. Nina schreibt:

    Wir haben den Film auch auf deutsch gesehen und nachdem Bane die ersten Sätze gesprochen hatte, hab ich mich doch sehr geärgert nicht zwei Stunden gewartet zu haben (denn in der Spätvorstellung lief die Originalversion). Story/ Handlung fanden wir auch eher mäßig. Hatte Christian Bale eigentlich schon immer dieses Muttermal/ Warze an der Nase/ Augenhöhle? Irgendwie hab ich den Eindruck, dass seine extremen Gewichtsschwankungen Spuren hinterlassen haben. 🙂

  4. freeportsti schreibt:

    Staubsauger und Devil – da gibt es nur eins zu sagen:

  5. Becks schreibt:

    Irgendwie hat niemand das an dem Film Kritisiert, was mich am meisten störte: Die einführung von „SPOILER“ gaaaaaaaaanz am Ende, während lauthalz verkündet wurde, dass kein weiterer Teil kommt. Wozu dann jemanden einführen, ohne dass es belang für den Film hat?

    • deMichl schreibt:

      Sorry, dass mußte ich etwas zensieren.
      Ich finde man kann durchaus nur andeuten, dass die Fackel weitergereicht wird, ohne gleich einen weiteren Film dranzuhängen. Ich glaube schon, dass Chris Nolan sich dran halten und keinen weiteren Film mehr zu dieser Reihe machen wird. Aber ich fürchte, dass andere Regisseure sich jetzt drauf stürzen werden und versuchen werden, neue Batmänner in diesem Stil zu machen. Man wird sehen.

    • Juji schreibt:

      außerdem würde der name nicht stimmen… kA ob er wirklich vorhat die comicfans so zu vergraulen 😀

  6. tinyentropy schreibt:

    mir hat er trotzdem sehr gut gefallen. ich finde es atmosphärisch sehr dicht ung gut, dass die handlung über die ganze stadt verteilt spielt.

  7. DerKeks schreibt:

    😦 Je mehr Meinungen ich lese desto weniger Bock habe ich mir den auch noch zu geben. Alle zerreißen den Film, relativieren das als Meckern auf hohem Niveau aber trotzdem ist der Tenor: Kritik am ganzen Film. Eine Catwoman die ein paar nicht so schlechte Szenen hat gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass man am Ende doch gut unterhalten und medial befriedigt aus dem Kino kommt – unterm Strich bleibt, dass ich mir die BD holen werden aber den Besuch im Kino vermutlich auslasse.
    Allerdings passt das alles zu dem Fluch der Trilogie: Die Kritik am ersten Film wird im Zweiten gut umgesetzt und alle freuen sich und dann dreht die Produktion alle vermeintlichen Erfolgsregler auf Anschlag und überfrachtet den dritten Film hoffnungslos. Bane und Catwoman in einen Film zu packen fand ich schon schwachsinnig als ich nur von der Idee gehört habe, aber ich kann ja noch nichts sagen weil ich nur die Meinungen anderer kenne.

    • deMichl schreibt:

      Zu viele Bösewichte in einen Film zu packen war schon immer ’ne schlechte Idee – sah man ja an „Spiderman3“.
      Allerdings hatten auch „Batman begins“ und „The Dark Knight“ je zwei Bösewichte. Im ersten Raz Al Ghul und Scarecrow und im zweiten den Joker und TwoFace, was großartig funktioniert hat. Catwoman ist ja sowieso ein Grenzfall. Sie ist nicht wirklich böse. Sie ist Opportunistin und hilft einfach immer dem, der ihr grade am meisten nützt. Nicht umsonst hat die Figur sogar einen eigenen Superhelden-Film bekommen (der unterirdisch schlecht ist, aber egal!) und sie ist ein spielbarer Nebencharakter in „Batman: Arkham City“. Sie ist eher so der Typ charmante (wenn auch meist ziemlich plumpe) Ganovin der man den Erfolg fast schon gönnt. Bane und Catwoman stören einander im Film nicht.

    • Juji schreibt:

      Ich würde dir raten einfach trotzdem rein zu gehen, aber bitte in original mit untertitel, das merzt die meiste kritik schon aus 😀
      Ich persönlich fand tdkr nicht schlechter oder besser als die andren filme und bane war für mich ein echtes highlight… das einzige was wohl echt ein problem ist, ist das ende… bei nem schlechten ende verlässt man das kino meist auch mit nem mulmigen gefühl und vergisst schnell wie gut der rest eigentlich war :/

  8. Ratek schreibt:

    Um mal auf den eigentlich Comic einzugehen: Das Teil heißt Dirt Devil… Hatten wir auch mal, allerdings kam das Ding nicht gegen diverse Hundehaare an 😉

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