Batman v Superman – Dawn of Justice


batman-superman-header2[1]Tja, Leute! Da war ich doch tatsächlich im Kino und habe mir „Batman vs Superman – Dawn of Justice“ angesehen. Eigentlich hat mich der Trailer zum Film schon sehr gelangweilt zurückgelassen und ich war schon fast soweit, mir den Film wenn überhaupt auf BlueRay anzuschauen. Doch dann war da dieser Samstag-Abend an dem ich nicht zuhause war und buchstäblich ein paar Stunden Zeit totschlagen musste und dachte mir: Ach komm, ein bisschen sinnloses Action-KrachBumm mit Superhelden, was kann’s schaden. Und nun war ich drin und kann jetzt sehr genau sagen, was es schaden kann!

Was ich erwartet hatte als ich in den Film gegangen bin war im Wesentlichen sowas wie „Man of Steel“ – zumal beides von Zack Snyder inszeniert – nur eben plus Batman und mit noch mehr Zerstörung und so. Die Erwartungen an den Film waren also denkbar bescheiden – und wurden dennoch leider noch deutlich untertroffen!
Es ist echt kaum zu glauben, was Zack Synder da für eine lieblose Gurke auf die Leinwand gekloppt hat. Der Film schafft es in seinen fast 3 Stunden Laufzeit zu keiner Zeit Interesse für irgendeinen der Charaktere zu wecken und das, obwohl diejenigen die sich einen solchen Film ansehen ja eigentlich schon Fans der Helden sein sollten. Die Geschichte und die Handlungen der Figuren sind über weite Teile absolut nicht nachvollziehbar und – und das ist das unglaublichste – selbst der lang angekündigte Kampf der Titanen Batman und Superman ist absolut nichts besonderes – im Gegenteil.
Ich gehe mal in loser Reihenfolge auf ein paar Punkte ein. Dabei werde ich aber keine Rücksicht auf Spoiler nehmen, was bei diesem Film aber auch egal ist, denn er ist zudem noch zu 100% überraschungsbefreit.

Also möglicherweise Spoiler ab hier! Oder auch nicht!

Die Helden

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Bildquelle: kinonews.de

Was die Darstellung von Superman/Clark Kent angeht, so unterscheidet sich das Ganze wenig bis gar nicht von seinem direkten Vorgänger „Man of Steel“. Henry Cavill gibt optisch wieder einen überzeugenden Superman ab, schauspielerisch geht es mehr in Richtung Holzklotz. Sein Mienenspiel ist quasi nicht existent und schauspielerisch hat er auch nicht all zu viel zu tun. Dafür darf er seeeehr oft in Zeitlupe mit wallendem Cape über Häuserdächern schweben oder mit Überschall wo hin fliegen – was Superman halt so macht. Unterm Strich entspricht das aber schon irgendwie auch meiner Vorstellung von Superman: Eindimensional aber heroisch! In so fern hat Snyder den Mann aus Stahl ganz gut getroffen.
Ganz anders sieht die Sache da beim dunklen Ritter aus – und hier ist auch schon mein größter und absoluter KO-Kritikpunkt: Dieser Film zerstört für mich die Figur „Batman“ komplett! Und Nein, bevor jemand was sagt: Es liegt nicht daran, dass Ben Affleck Batman ist. Ich fand ihn sogar einen recht überzeugenden Bruce Wayne, daran gibt es eigentlich wenig zu meckern. Nur, in diesem Film tut Batman am laufenden Band Dinge, die ich im Kosmos von Batman für unverzeihlich halte. Ich gebe zu, ich kenne die Comics nicht, auf denen der Film basiert und ob da vielleicht eine charakterliche Wandlung mit Bruce Wayne vonstatten ging, aber schließlich muss eine Verfilmung auch ohne die Kenntnis der Vorlage funktionieren. So haben wir hier also einen Batman, der, wenn er überhaupt mal was machen darf Schusswaffen benutzt, der zulässt, dass in Kämpfen Menschen sterben, der seine Gegner foltert in dem er sie brandmarkt und somit im Knast quasi zum Tode verurteilt, der mit seinem gepanzerten und bis an die Zähne bewaffneten CGI-Batmobil unter Mords Getöse und Kollateralschaden Dinge zu Klump fährt und der generell im Nahkampf eine sehr schlechte Figur macht – nicht zuletzt, weil

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Bildquelle: kinonews.de

der neue Batman-Anzug total billig aussieht. Was wurde denn aus seiner coolen Kevlar-Rüstung der letzten Jahre? Kaputt? Verlegt? Beim Waschen eingelaufen?  Musste er sich deshalb nochmal den Anzug von seinem 60er-Jahre-Selbst ausborgen? Ich habe echt schon Cosplayer mit besserem Batman-Suit gesehen als das Ding. Und wenn er mal nicht Batman ist glänzt Bruce Wayne durch eine große Portion Unsuveränität (ist das ein Wort?) Nochmal: Es liegt nicht an Ben Affleck sondern am Drehbuch, dass man Batman in diesem Film einfach unsympathisch und total uncool rüberkommt. Ich weiß nicht, ob Zack Snyder einen gebrochenen Batman zeigen wollte, der seine moralischen Grundsätze schon über Bord geworfen hat, aber das gelingt ihm leider nicht, weil er dem Zuschauer keinerlei Anhaltspunkte in dieser Richtung liefert außer z.B. mal dem Anzug des toten Robin im Hintergrund oder so.
Und dann ist da noch seine, wie ich finde, total fadenscheinige Begründung die ihn zu der Überzeugung bringt, Superman müsse jetzt zur Strecke gebracht werden. Zu Beginn des Films sieht man nochmal den verheerenden Showdown von „Man of Steel“ aus der Sicht der Stadtbewohner von Metropolis. Das ist zugegebenermaßen ein recht schöner Kniff. Bruce Wayne selbst ist Zeuge des Ereignisses und muss miterleben wie während der Zerstörung der Stadt auch Mitarbeiter von Wayne Enterprises zu Opfern werden. Superman wird in diesem Film vermehrt vorgeworfen, dass seine Rettungsaktionen mehr Opfer fordern als sie retten, dass er sich als falscher Gott aufspiele und schließlich wird ihm auch noch ein Bombenattentat in die Schuhe geschoben. Der „größte Detektiv der Welt“ allerdings macht sich keine Sekunde die Mühe, die Vorwürfe gegen die sich Superman behaupten muss zu hinterfragen. Nein, er stürmt direkt stumpf drauf an und stürzt sich direkt in die Vorbereitungen um dem Mann aus Stahl eine Abreibung zu verpassen. Superman dagegen wird aus anderen, wenn auch nicht ganz nachvollziehbaren Gründen dazu gezwungen gegen die Fledermaus anzutreten und schließlich kommt es dann zum lange erwarteten Kampf der beiden Helden…Batman_vs_Superman_klein_weiß

Blechmann v Superman

Alles was ich aus dem Trailer über diesen Kampf gesehen hatte war ja die neue „Superman-Buster-Rüstung“ die sich Batman zugelegt hat. Ich dachte mir: Ok, sieht scheiße aus, aber da wird er sich ein paar krasse technische Gimmicks ala Ironman eingebaut haben um Superman überhaupt etwas entgegen setzen zu können – Kryptonit-Boxhandschuhe oder sowas. Aber Nö! Unterm Strich ist diese hässliche klobige Rüstung tatsächlich nur das: Eine hässliche, klobige Rüstung in der der dunkle Ritter mit der Ninja-Ausbildung sich bewegt wie ein Taucher von vor 100 Jahren. Und in diesem Ding kämpft Batman dann auf höchst unsportliche Weise gegen den Mann in Blau: Mit versteckten Fallen und automatischen Schusswaffen aus dem Hinterhalt, mit Kryptonit-Gasgranaten die Superman lähmen, so dass Batman auf ihn eintreten kann während er am Boden liegt. Und die absolute Geheimwaffe soll dann schlussendlich ein Speer(!) aus Kryptonit sein, mit dem Batman Superman töten will! Töten! Nicht gefangennehmen oder unschädlich machen, Nein er will ihn schlicht abmurksen! Batman wirkt in diesem Kampf wie ein tumber Schlächter, dessen Kampfstil unheimlich plump und brutal ist! Es fehlt ihm eigentlich nur noch eine blutige Axt. Und sobald Supi sich wieder kurz aufrappeln kann sieht Batsi absolut kein Land mehr bis er wieder zur nächsten unfairen Methode greift. Von wegen „Dawn of  Justice“! Der Kampf macht einfach keinen Spaß anzusehen!

Teamwork

Und so urplötzlich der Kampf auf Leben und Tod begonnen hat, so abrupt endet er dann auch wieder. Und schwupps ist innerhalb von 5 Minuten alles vergeben und vergessen und Supi und Batsi treten gemeinsam den Showdown gegen den eigentlichen Bösen Lex Luthor an. Der ganze, wenn auch hanebüchene Konflikt der Batman und Superman überhaupt hat aneinander geraten lassen ist fortan komplett vergessen und unwichtig, denn immerhin gibt es ja jetzt ein Monster zu verkloppen. Der gute Lex hat sich nämlich auf höchst dubiose Art und Weise ein sehr öde aussehendes Kryptonit-Monster zusammengerührt, mit dem er Superman – und weil er grade dabei ist, auch noch ganz Metreopolis nebst Gotham City pulverisieren kann. (Gotham und Metropolis sind in diesem Film offenbar Nachbarstädte. War mir so nicht klar.) Dieser Endkampf fällt in die Kategorie „Unübersichtliche-CGI-Materialschlacht“ was man auch schon 1000mal in dieser Form gesehen hat. Batman selbst kann in diesem Kampf so gut wie nix mehr beitragen und verkommt mehr oder weniger zum Zuschauer. Aber immerhin kriegt Supi andere wunderbare Hilfe zur Seite gestellt…

Justice League

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Bildquelle: kinonews.de

Der Trailer zeigte es schon: Wonder Woman taucht endlich auf der Kinoleinwand auf! Woohoo. Ich weiß nicht, wer darauf gewartet hat – Ich ja nicht so. Doch eigentlich stört sie im Film gar nicht mal so arg. Nur leider hat sich Zack Snyder mal wieder sehr darauf verlassen, dass die Besucher des Films schon wissen werden, wer die Dame mit dem Stirnband ist und was die da soll. Die gute Wunderfrau – gespielt von Gal Gadot – bekommt so gut wie keine Exposition, weswegen sie in den Film passt wie Arsch auf Eimer. Generell werden auf nicht sehr kunstvolle Weise auch die restlichen Mitglieder der Justice League angeteasert – und natürlich auch die jeweiligen Filme zu Wonder Woman, the Flash, Aqua Man etc. Ich hoffe nur, die werden besser.

Ein kleiner Lichtblick

Etwas was aus dem Film tatsächlich positiv heraussticht sind die Nebenrollen. Da haben wir Laurence Fishburne als konservativen Verleger des Daily Planet, Amy Adams als stets zu rettende Lois Lane, Holly Hunter als couragierte Senatorin Finch, Jeremy Irons als sehr sarkastischen und grummeligen Alfred Pennyworth und vor allem Jesse Eisenberg als einen erfrischend neu erfundenen jungen Lex Luthor. Letzterer bringt immerhin ein klein wenig Farbe in den ansonsten sehr uninspirierten Crossover-Matsch, auch wenn Luthors Pläne und auch die Gründe für seinen Hass auf Super- und vor allem Batman bis zum Ende ein Rätsel bleiben. Aber wer braucht schon Bösewichte mit Motivation, wenn sie CGI-Monster erschaffen können?!

Fazit:

Unterm Strich kann ich nur nochmal wiederholen, dass meine eh schon sehr niedrigen Erwartungen noch weit unterboten wurden. Zack Snyder zeigt leider zum wiederholten Mal, dass er als Regisseur leider unterbegabt ist. Nicht mal die opulente Bildgewalt die seine Filme sonst auszeichnen kommt hier zum Tragen. Der Film hat absolut nix was ihn Daumen_Schrottirgendwie auszeichnet, weder optisch noch inhaltlich und kratzt im Gegenteil arg am Image von Batman. Wenn jemand noch nie etwas von Batman oder Superman gesehen hat dann sollte er auf gar keinen Fall mit diesem Film einsteigen – oder ihn am Besten ganz meiden. Man verpasst absolut nix! Guckt stattdessen lieber nochmal „The Dark Knight“ oder wenn’s Superman sein muss „Man of Steel“. Hat man mehr von!
So sehr dem einen oder anderen die ganzen Marvel-Filme schon zu den Ohren rauskommen mögen so muss man doch sagen: Marvel weiß, wie man Figuren gut etabliert und wie man darauf aufbaut (siehe „Avengers“ und Co.). Als Auftakt einer großen Justice League-Filmreihe war „Batman v Superman – Dawn of Justice“ leider gar nix!

 

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