Pacific Rim

245941id1b_PacRim_1sided_120x180_2p_400.inddAlso was kann ich über „Pacific Rim“ sagen: Zusammenfassend:
Riesenroboter gegen Riesenmonster
So, im Wesentlichen könnte ich diesen Artikel an dieser Stelle beenden, denn es wurde bereits alles gesagt, was nötig ist um den Film zu beurteilen. Etwas weiter ausgeholt lautet der Plot folgendermaßen: Die Erde wird von gigantischen Aliens aus dem Meer heimgesucht und die Menschheit entwickelt daraufhin gigantische von je zwei Piloten  gesteuerte Mechs um sich der Biester zu erwehren. So, aber mehr kann ich zur Handlung wirklich nicht sagen, denn das Monster-Mech-Metzeln nimmt gut 75% des gesamten 2 Stunden-Films ein. Dazwischen gibt es noch sehr banales Geplänkel der Piloten untereinander, wer der richtige für den Job ist, zwei nervige Wissenschaftler die die Viecher zu erforschen versuchen und jede Menge militärisches Bla Bla. Aber um was es wirklich geht und weswegen man ausschließlich diesen Film schaut ist eben, dass sich riesige Roboter und riesige Monster gegenseitig auf die Omme hauen. Es ist einer der Filme, bei denen man ganz ganz dringend sein Hirn an der Kasse abgeben und ausschließlich Augen und Ohren mit ins Kino nehmen sollte – vielleicht noch den Mund für’s Popcorn. Ich wußte das zum Glück schon und habe meine Erwartungen deshalb entsprechend runtergeschraubt. Aber wie es halt so ist, das Hirn lässt sich nicht einfach aussperren und linst hin und wieder durch die Tür in den Kinosaal. Und immer wenn das passiert macht man sich halt doch so seine Gedanken zum Film, was letzterem nicht eben gut tut. Ich gebe an dieser Stelle mal keinen Spoileralarm, denn ich wüßte nicht, was ich an einem Film ohne Handlung spoilern könnte. Hier also meine „Häh?“-Momente in „Pacific Rim“:
epic battle1. Die Geschichte spielt 7 Jahre, nachdem das erste Monster auf die Erde kam. Danach gibt es einen Zeitsprung von nochals 5 Jahren. Frage: Wieso kommt erst jetzt jemand mal auf den Gedanken, diese Biester mal genauer zu untersuchen nachdem man nun schon 12 Jahre sinnlos auf sie eingeknüppelt und quasi das gesamte militärische Budget der Erde verpulvert hat? Frage 2: Und wieso kommen die ach so cleveren Riesenaliens, nachdem sie einzeln immer verdroschen wurden, erst nach 12 Jahren auf die Idee, mal mehr als einen Vertreter ihrer Gattung gleichzeitig durch die Öffnung zu schicken? Scheint mir alles in allem nicht die hellste aller Spezies zu sein.
2. Die Geschichte spielt in der nicht all zu fernen Zukunft von 2017. Frage: Wann genau wurde die Roboter-Technologie so krass weiter entwickelt, dass wir auf einmal so mir nichts dir nichts riesige humanoide Mechs bauen können? Die Technik muss echt abgehen in den nächsten 4 Jahren.
3. Diese Mechs haben eine Plasma-Kanone an Bord, die den Monstern großen, in manchen Fällen sogar vernichtenden Schaden zufügen kann. Frage: Warum hat nicht jeder Mech 17 dieser Kanonen an Bord und ballert die Brut einfach über die Wupper? (gleiches gilt für das Alien-Arm-abtrennende Schwert.) Und warum kommt diese Überwaffe immer erst zum Schluss zum Einsatz? Es ist wie früher beim guten alten  „Saber Rider“. In jeder Folge wurde 19 Minuten lang versucht, die Bösen erfolglos auf herkömmlichem Weg platt zu machen, bis am Ende doch wieder Geheimwaffe Ramrod den Tag rettet. Warum nehmen die das Ding nicht gleich???
4. Als Alternativplan zu den Mechs wird eine gigantische Abwehrmauer die Küsten entlang gebaut. Frage: Glaubt denn keiner, dass die Biester da einfach drüberklettern wenn nicht sogar fliegen könnten? Und wie lange braucht man schätzungsweise um eine 100 Meter hohe Mauer um alle Kontinente der Erde zu bauen? Könnte ein Weilchen dauern.
5. Der Menschheit stehen Plasmawaffen zur Verfügung. Frage: Wenn die Menschheit Plasmakanonen bauen kann, warum dann nicht einfach eine seeeehhhhr große bauen die so ein Alien mit einem Schuß wegpustet?
Pacific-Rim-Movie6. Die Piloten in den Mechs betrachen ihre Außenwelt fast ausschließlich durch ihrer Displays. Frage: Warum sitzen die Piloten dann überhaupt in den Mechs drin? Wenn alle Daten und Bewegungen elektronisch übertragen werden, könnte man die Mechs doch auch bequem vom Hauptquartier aus steuern und würde so im Ernstfall jede Menge Menschenmaterial sparen. Wäre natürlich weniger heroisch und so.
7. Eines der Monster benutzt EMP-Wellen um alle Elektrizität und somit auch die Mechs auszuknipsen. Nur einer läuft noch: der altgediente Mech des Helden (dessen Namen ich schon wieder vergessen habe) weil der – Achtung! – analog läuft. Frage: WAS??? Ein 50 Meter hoher Riesenroboter mit neuralem Interface zum Piloten läuft analog? Ja nee is klar! Wie das denn bitte? Mit Dieselmotoren? Oder Dampfkraft? Und die Datenübertragung verläuft über Rauchzeichen oder wie?
8. Frage: Und warum überhaupt Mechs? Ist das wirklich die naheliegenste Wahl? Warum nicht krass gepanzerte Jets oder Kampfboote für Monster aus dem Meer?
9. Apropos Meer – Frage: Warum sind die Meere alle nur 20 Meter tief, so dass Mech und Monster immer schön durchwaten können?

Ok, ich hör jetzt auf. Dieser Film besteht einzig aus mit losen Handlungsfetzen verbundenen Logiklöchern. Ich gebe aber zu, dass das bei einem Film wie Pacific Rim einfach scheißegal ist und ich durchaus meinen  Spaß hatte. Wenn man wirklich einfach mit der „Monster-moschen-Mechas“-Einstellung in den Film geht, kann man – genau wie damals bei „Transformers 1“ pacific-rim-otachikaiju-poster1(nur 1 – nicht 2 oder gar 3) einen gewissen infantilen Spaß mit dem Film haben. Denn bildgewaltig isser. Es gibt so gut wie keine Szene die nicht durch bombastische Inszenierung auffällt. Für die Augen wird also definitiv was geboten. Leider wird das Monstergekloppe recht schnell öde, da sich die Kämpfe, dafür dass es so viele sind, kaum unterscheiden und man Roboteraction in Transformers oder auch IronMan schon cooler gesehen hat. Ein bißchen mehr Varianz im Kampfstil oder auch im Design der zu besiegenden Bestien wäre schön gewesen. Letzteres ist grade deshalb sehr schade, weil Regisseur Guillermo del Torro ansonsten ein wunderbar einzigartiges Characterdesign macht.

Vermutlich hat del Torro füher im Sandkasten auch einen Gummi-Dino und einen Plastikroboter gegeneinander antreten lassen und hat diesem inneren epischen Kampf mittlerweile mit einem Millionenbudget Gestalt verliehen. Von mir aus. Darf jeder gerne machen. Würde ich auch gern. Schade finde ich nur, dass dieser Film prinzipiell von jedem x-beliebigen Action-Regisseur wie zB. Michael Bay hätte kommen können, denn von del Torros ansonsten wunderbarer Handschrift ist in diesem Film absolut nichst zu spüren – nicht mal sein cooler Stil beim Monsterdesign. Da einige meiner Lieblingsfilme von del Torro stammen (Mimic, Blade 2, Hellboy 1+2 und vor allem Pans Labyrinth) kann ich nur hoffen, dass er sich mit diesem Film nur etwas austoben wollte und künftig wieder zu seinemDaumen_Gut alten Stil zurückkehrt. Denn noch ein „Pacific Rim“ brauch ich ehrlich gesagt nicht. Einmal war nett, aber bitte kein zweites Mal.

Alle verwendeten Screenshots entstammen der offiziellen deutschen Website zum Film.
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3 Antworten zu Pacific Rim

  1. Ratek schreibt:

    Achja, Saber Rider….

  2. Martin schreibt:

    NICHTS gegen Saber Rider klar?
    Mir persönlich hat ja der kleine Querverweis auf die alten Godzilla-Filme gefallen als dieses Schilkrötenartige Kaiju durch Tokio gestiefelt ist. Das hab ich bei Godzilla schonmal gesehen =)
    Und wenn du jetzt ernsthaft nach innerer Logik bei Actionfilmen suchst also ehrlich selbst dran Schuld XD.

    • deMichl schreibt:

      Natürlich nichts gegen Saber Rider! Hab ich geliebt – trotz sehr gleichförmigem Episodenaufbau. :mrgreen:
      Logik in Actionfilmen? Ich weiß nicht! Natürlich brauchen Actionfilme nicht realistisch sein. (Ich würde nicht in einen Riesenroboterfilm gehen, wenn ich Realismus wollte) Aber zumindest innerhalb der Welt des Films sollte alles stimmig sein. Wenn der Film aber seiner eigenen Logik widerspricht wird’s doof.
      Aber wie gesagt: Bei diesem Film habe ich einfach mein Hirn ausgemacht und trotzdem Spaß gehabt.

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