StarTrek – Into Darkness

star-trek-into-darkness-posterIch war im Kino und hab mir den neuen StarTrek-Film „Into Darkness“ angeschaut. Und gleich mal vorweg: Ich fand ihn super! Ich erfülle auch die zwei Kriterien, die meiner Meinung nach nötig sind um den Film richtig genießen zu können:
1. Ich mag StarTrek – seien es die alten Serien oder die Filme!
2. Ich mag auch das Reboot von 2009!
Als Faustregel kann man schon mal sagen, wer den ersten StarTrek-Reboot-Film mochte, der macht mit „Into Darkness“ absolut nix verkehrt.

Zum StarTrek-Reboot allgemein kann ich nur sagen, dass dieses unter den Unmengen an Remakes und Reboots die sich derzeit in der unkreativen Kinolandschaft tummeln eines der besten ist, denn es hat alles, was ein gutes Reboot braucht:
1. Die Welt in der es spielt wurde zeitgemäß neu gestaltet ohne den Stil des originals aus dem Auge zu verlieren, was grade bei SciFi-Welten notwendig ist, da manches an dort gezeigter Technik schon nach wenigen Jahren überholt sein kann. Einzig der neue Beam-Effekt gefällt mir leider garnicht.
2. Die Charaktere wurden verändert, aber ohne das zu ignorieren, was deren Rolle einst ausgemacht hat.
crewBeispiel Scotty: Gab James Doohan in der alten Serie noch den ruhigen eher ausgeglichenen Schotten, so ist Simon Pegg in dieser Rolle ein absolut irres Nervenbündel. Aber in beiden Fällen ist Scotty der geniale Schrauber, der selbst die zu Klump geschossenste Enterprise wieder rechtzeitig zusammenflickt.
3. Und zu guter letzt hat dieses Reboot das, was jedes Remake oder Reboot zwingend braucht: Eine Existenzberechtigung. Wie viele Remakes wurden in den letzten Jahren gedreht, deren Original noch völlig in Ordnung und sehenswert war? Oder hat wirklich jemand nach einem Remake von „Total Recall“ geschrien? Ich kann es mir nicht vorstellen. Im Fall von StarTrek machte eine Neuauflage aber total Sinn, denn so sehr ich die Serien auch geliebt habe, gegen Ende machten sich deutliche Abnutzungerscheinungen bemerkbar. „StarTrek – Voyager“ konnte sich ja gerade noch so über Wasser halten, aber als dann mit „StarTrek – Enterprise“ auch noch die Verzweiflungslösung eines Prequels versucht wurde war dem Franchise endgültig die Luft ausgegangen. StarTrek wie man es kannte war leider überhaupt nicht mehr zeitgemäß und deshalb ein hervorragender Kandidat für einen Neuanfang.

gallery_24„StarTrek – Into Darkness“ knüpft perfekt an den Vorgänger an und führt konsequent alles weiter, was im ersten Film begonnen wurde. So haben wir einen James T. Kirk, der beweisen muss, dass er der Rolle des Captains, die ihm im ersten Film in den Schoß fiel, auch gewachsen ist. Wir haben wieder einen Spock der mit seinen menschlichen Gefühlen und seiner wackeligen Beziehung zu Uhura ringt und zudem einen Scotty in moralischer Zwickmühle, Chekow und Sulu die ungewohnte Verantwortungen schultern müssen und einen stets sympathisch grummeligen Pille. Dazu kommt ein richtig geiler Bösewicht, dessen Identität ich jetzt aber mal unausgesprochen lasse. Fans des StarTrek-Universums können sich aber auf einen netten Aha-Moment freuen.
Überhaupt strotzt dieser Film nur so vor Fanservice. Immer wieder erkennt man kleine Details, die man genausogut hätte weglassen können, die dem geneigten Fan aber ein wissendes Grinsen entlocken. Aber auch Nicht-Trekkies werden mit diesem Film ihren Spaß haben, denn die Action ist bombastisch, die Handlung mitreißend und ein paar gute Gags gibt’s obendrauf. Lediglich eine Hand voll doch sehr pathetischer Szenen trüben den Gesamteindruck. Diese „Gefühlsausbrüche“ erwecken den Eindruck, als hätte sie Regisseur J.J. Abrams nur widerwillig in den Film eingebaut, weswegen sie immer etwas wirken wie mit der Pistole draufgeschossen. Da im Anschluss an diese Szenen aber meist wieder irgendwas explodiert ist der schmalzige Moment auch schnell wieder vergessen.
Sogar der – und ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde – 3D-Effekt hat seine Berechtigung durch das beeindruckende Darstellen von Höhenverhältnissen und dem ein oder anderen Stück Kram, dass dem Zuschauer entgegenfliegt, ohne jedoch so aufdringlich zu werden wie z.B. ein „Resident Evil XY 3D“. Ich würde also diesmal fast behaupten, der Aufpreis war gerechtfertigt.

gallery_26Abschließend kann ich nur sagen, dass ich einen Heidenspaß hatte. Der Film macht einiges richtig und zu keiner Zeit kam der Gedanke auf, dass ich „das jetzt aber anderes besser gefunden hätte.“ Im Gegenteil: Seit „the Avengers“ ist „Into Darkness“ der erste Film den ich gesehen habe, in dem an vielen Stellen genau das passiert was ich mir gewüscht oder cool gefunden hätte. So mag ich das.
Dementsprechend gebe ich, ob für Trekkies oder nicht, eine uneingeschränkte Empfehlung ab, sich mal wieder hochbeamen zu lassen. „StarTrek – Into Darkness“ rockt!

Alle verwendeten Screenshots entstammen der offiziellen Website zum Film.
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6 Antworten zu StarTrek – Into Darkness

  1. Karsten schreibt:

    Da stimme ich dir zu. Ich habe ihn letztes Wochenende gesehen und mich hervorragend unterhalten gefühlt. Eins, zwo kleine Wermutstropfen sind aber trotzdem drin. So wird der Schurke, im lobenswerten Ansinnen, ihn für den Zuschauer emotional erlebbar zu machen, mit einer komplexen Hintergrundgeschichte ausgestattet. Nur schade, dass darauf in der zweiten Hälfte des Films praktisch kein Bezug mehr genommen wird. Auch fand ich die Beweggründe von Admiral Dingenskirchen (nicht Pike, der andere) ziemlich konstruiert. Und zuguterletzt fände ich es, gerade als Fan, gut, etwas weniger Hommagen an die alten Filme einzubauen. Die machen Spaß, klar. Aber für den nächsten Film wünsche ich mir eigene starke Bilder, die dann in 20 Jahren vielleicht wieder jemand neues aufgreifen könnte. Aber unterm Strich, ein großer Spaß für große und kleine Vulkanier.

    • deMichl schreibt:

      Wahr. Vor allem was die Zitate angeht war es gegen Ende tatsächlich fast schon etwas viel. In Zukunft muss Herr Abrams wohl noch ein bißchen mutiger werden, die Stützräder abschrauben und seine StarTrek-Version auf eigene Füße zu stellen, zumal die ganzen Zitate an der neu heranzuzüchtenden Fangemeinde total zerschellen. Aber ich bin da zuversichtlich.

    • Max Vähling schreibt:

      Das hat mich beim ersten Teil mehr gestört, weil es die Handlung aufgehalten hat. Das ganze Verharren bei Spocks und Kirks Jugend hat nur dazu geführt, dass wir die Enterprise erst nach etwa 40 Minuten zu sehen kriegen. Und erst da fängt eigentlich so richtig der Film an.

      • deMichl schreibt:

        Na ja, das hat man halt bei solchen „Episode 1“-Filmen. Bis der Held mal da ankommt, wo man ihn haben will geht halt etwas Zeit ins Land. War ja beispielsweise bei „Batman begins“ auch so.

  2. Max Vähling schreibt:

    Ich habe ihn gestern geguckt und kann dir nur zustimmen.
    Was das Reboot nicht schafft, ist natürlich das Element, das die Trekkies weltweit seit Jahrzehnten verzückt: Eine Utopie zu formulieren, die uns nach vorne gucken lässt, was ja Roddenberry immer am wichtigsten war. Kann man Abrams aber auch nicht wirklich vorwerfen: Die Schockwirkung, die eine Uhura auf der Brücke einst hatte, ist überholt, und die Konventionen eines heutigen Blockbusters erfordern nun mal, dass es kräftig knallt und ums Ganze geht. Und dass das Nachdenken eher optional ist. Immerhin hat Abrams den Frauenanteil verdoppelt und beiden auch mal was zu tun gegeben. Vielleicht besteht er nächstes Mal sogar den Bechdel-Test.

  3. Leander schreibt:

    Hehe, ich sehe wir überschneiden uns in unserer Filmmeinung 😀

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