The amazing Spiderman 2 – Rise of Electro

asm2intl1shtbrkoutsmvselctrjpg-8864ed_640wIch war wieder mal im Kino und wieder mal war es ein Superheldenfilm. Dieses Mal „The amazing Spiderman 2 – Rise of Electro“; Hooray für 13-silbige Filmtitel. Ich bin in diesen Film gegangen mit zwei Kritiken im Ohr die ich bis dato dazu gehört hatte. Zum einen „Bester Superhelden-Film ever“ und zum anderen „üblicher Marvel-Superhelden-Einheitsbrei“. Und nachdem ich nun drin war kann ich nur sagen: Es stimmt beides nicht!

Ab hier leichte Spoiler für Spiderman-Neulinge!!!

Aber worum geht’s überhaupt: Nachdem Spiderman alias Peter Parker (wieder recht sympathisch gespielt von Andrew Garfield) im ersten der neuen Spidey-Filme von 2012 die Echse verkloppt und sich seine blonde Herzdame Gwen Stacy (Emma Stone) geangelt hat, hat er sich nun recht gut mit seinem Leben als Superheld zurecht gefunden. Er rettet fleißig Menschen und versucht sein AlterEgo vor seiner Tante May (Sally Field) geheim zu halten. Das Übliche eben. Allerdings quält ihn nun verstärkt sein schspiderman2_gwenlechtes Gewissen, da er Gwens Dad vor seinem Tod versprochen hatte, sich von ihr fern zu halten um sie nicht zu gefährden. Dieses Dilemma plus die Tatsache, das Gwen nach England umziehen möchte zwecks Studium zieht sich durch den gesamten Film. Das ewige hin und her ob sie nun zusammens sein können oder nicht ist wie ich finde etwas lästig, zumal Parker, der im ersten Film noch recht cool rüber kam, mit dieser Problematik sehr weinerlich umgeht und des öfteren mal recht emohafte Texte von sich gibt – passend zu seiner Robert Pattison Gedenkfrisur. Die ganze Beziehungskiste mit Gwen ist deshalb eher ein wenig lästig als fesselnd, auch wenn die gelungene Auflösung des Ganzen am Ende doch wieder dafür entschädigt.

spiderman2Aber natürlich hat Spidey nicht 2,5 Stunden lang nur Beziehungsstress sondern es darf auch wieder ein Pösewicht vermöbelt werden. Dieser kommt in Gestalt von Electro daher: einem anfangs an Unsichtbarkeit grenzend unscheinbaren, kleinen Angestellten bei OscorpIndustries namens Max Dillon (etwas holzig gespielt von Jamie Foxx). Dieser ist, nachdem er einmal von Spiderman gerettet wurde geradezu besessen von ihm und bildet sich ein, er und Spiderman seien die dicksten Freunde. Geistig also schon ordentlich zerrüttet erleidet der arme Max dann auch noch einen leider unfassbar hanebüchenen Unfall in den Labors von Oscorp und fällt in einen Behälter mit genetisch veränderten Zitteraalen! (!) Jeder andere würde davon einfach Hops gehen, wären wir nicht im Marvel-Universum, denn dort verursachen Unfälle mit Zitteraalen natürlich eine Verwandlung zum Elektro-Wesen. Mal ehrlich Marvel: Ein Elektrotechniker wird durch Zitteraale zum Elektromann namens Electro?! Wie auch immer! Mit seinem neuen Dr. Manhatten-Gedächtnis-Look nebst Blitze-Superkräften taumelt Max nun auf die Straße und trifft dort natürlich prompt auf spiderman2_electroSpiderman der ihn nicht gleich erkennt und so die Situation flugs eskaliert. Ich fand Electros Wandlung vom harmlosen Sonderling zum rasenden, alles vernichtenden Racheengel etwas sehr flott. Klar hat er nicht mehr alle Kerzen auf der Torte, aber dennoch hätte ich mir da ein klein wenig mehr Entwicklung gewünscht als dieses schlagartige Umschalten von gut zu böse. Aber vielleicht klappt das bei Elektro-Männern nur so.
Ähnlich abrupt erfolgt die Verwandlung des zweiten Bösewichts (denn unter 2 machen wir es ja in Fortsetzungen nicht mehr). Peter trifft in diesem Film auf seinen alten Kumpel und Oscorp-Erben Harry Osborn. Dieser wird gespielt von Dane deHaan, der seine Sache nicht wirklich schlecht macht. Allerdings sieht selbst der uneingeweihte Zuschauer auf den ersten Blick: Der wird böse! Allein seine über die Augen gekämmte Emo-Tolle weist ihn von Beginn an als zukünftigen Bösewicht aus. Und wie zu erwarten war wandelt er sich gegen Ende zum Green Goblin. spiderman2_harry
Auch diese Wandlung geht für meinen Geschmack zu schnell – obwohl das neue Goblin-Design schon recht krass aussieht. Ich finde solche Filme leiden immer darunter, wenn versucht wird, zu viele Bösewichte unterzubringen (als schlimmstes Beispiel der dritte Sam Raimi-Spiderman mit einem völlig verschenkten Venom). Warum sich nicht einen Fiesling rauspicken und den dann schön genüsslich aufbauen? Dann kommt der finale Kampf auch besser als wenn, wie in diesem Fall, man dann im Hinterkopf hat: ‚Ach stimmt, da gibt’s ja noch einen platt zu machen.‘ Denn der Grüne Kobold hat als Bösewicht in diesem Film echt wenig zu tun, was schade ist.Und eigentlich gibt es sogar noch einen dritten Bösewicht, aber Rhino war noch nie wirklich erwähnenswert und taugt auch in diesem Film mal wieder mehr als Witzfigur. Wenigstens haben sie ihn passend umgestaltet.

Was die Optik des Films angeht so gibt es wieder echt schicke Bilder zu bestaunen. TAS2ROE ist mal wieder ein Film, bei dem der Aufpreis für die 3D-Vorstellung tatsächlich nicht vergeudet ist. Das Ganze spidermansche Herumgeschwinge zweischen den Häuserschluchten von NewYork kommt echt beeindruckend in 3D. Klar ist alles was man da sieht zu 99,9999 % aus Rechner. Aber wenigsten ist es gutes CGI, was einen nicht wie in so mach anderem Film direkt an schlechte Videospielgrafik denken lässt. Auch das Donnerwetter das Electro immer wieder vom Stapel lässt kann sich sehen lassen.

Eine kleine Enttäuschung bietet die marvelfilmtypische geheime Szene im Abspann, denn die ist echt lieblos ausgefallen. Offenbar hatten sie keine Zeit mehr oder keine richtige Idee für einen kleinen Teaser – jedenfalls wurde da schlicht eine Trailerszene aus … einem anderen Marvelfilm reingeschnitten. Keine Ahnung was das sollte, aber es wirkte lieblos.

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Viel mehr lässt sich zu „Rise of Electro“ eigentlich nicht sagen. Es ist schon zum Teil richtig, dass der Film sehr stark die alte Marvel-Film-Formel abarbeitet. Allerdings hatte ich jetzt nicht das Gefühl, das alles schon 1000mal gesehen zu haben – obwohl ich da zugegebenermaßen recht schmerzfrei bin. Ich fand die Optik toll, die Action solide bis spektakulär, die Handlung bis auf etwas viel Beziehungsgejammer unterhaltsam und ein paar gute Lacher sind auch drin. Es ist aber auch auf keinen Fall der beste Superheldenfilm aller Zeiten, denn um an „The Dark Knight“ oder „Watchmen“ ran zu kommen muss der Daumen_Sehenswertgute Spidey noch die ein oder andere Schippe drauflegen. Wer aber Spiderman- und generell Superhelden-Fan ist und den ersten „Amazing Spiderman“ schon super fand der kann da ohne zu zögern rein gehen. Und alle anderen dürften, wenn ihnen die bunte und etwas andere Welt von Marvel nicht völlig gegen den Strich geht auch ihren Spaß haben.

Wart ihr schon drin? Wie hat er euch gefallen? Fandet ihr ihn gut und wenn ja, warum nicht? Fühlt euch herzlich eingeladen hier ein wenig (spoilerfrei) darüber zu plaudern.

Alle verwendeten Screenshots enstammen der offiziellen Seite zum Film.
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